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Der Bluetooth-Schwangerschaftstest von First Response' ist faszinierend – und ein Alptraum für den Datenschutz

First Response, ein Unternehmen für Schwangerschaftstests, das sich im Besitz des Haushaltswarenherstellers Church & Dwight befindet, hat im März seine Pregnancy Pro Test-App herausgebracht, die es als „ersten Schwangerschaftstest, der sich mit Ihrem Smartphone synchronisiert“ vermarktet. Der Bluetooth-fähige Test wird mit einer kostenlosen Partner-App geliefert, die auf Android, iOS und Amazon verfügbar ist. Sie wurde zuletzt vor einer Woche aktualisiert. Sobald sie heruntergeladen und mit einem bestimmten Test synchronisiert wurde, führt die App die Nutzer durch die Durchführung des Tests und unterhält sie, während sie drei Minuten auf ihre Ergebnisse warten. Das alles ist nicht unbedingt problematisch. Die App kann Frauen dabei helfen, ihren Eisprung und ihre Schwangerschaft zu verfolgen, und sie kann einen Kalender mit ihren Babyterminen führen. Problematisch sind jedoch die Berechtigungen, die die App vor allem auf Android anfordert, wodurch Church & Dwight Zugriff auf die sensiblen Daten der Nutzer erhält.

Dies ist eine Liste der Berechtigungen der App auf Android, Hervorhebung von mir:

  • Gerät & App-Verlauf – laufende Apps abrufen
  • Identität – Konten auf dem Gerät finden
  • Kalender – Kalenderereignisse plus vertrauliche Informationen lesen, Kalenderereignisse hinzufügen oder ändern, Senden von E-Mails an Gäste ohne Wissen des Besitzers
  • Kontakte – Lesen Sie Ihre Kontakte, finden Sie Konten auf dem Gerät
  • Telefon – Lesen Sie den Telefonstatus und die Identität, rufen Sie Telefonnummern direkt an
  • Fotos/Medien/Dateien – Ändern oder löschen Sie den Inhalt Ihres USB-Speichers, lesen Sie den Inhalt Ihres USB-Speichers
  • Speicher – ändern oder löschen Sie den Inhalt Ihres USB-Speichers, lesen Sie den Inhalt Ihres USB-Speichers
  • Geräte-ID &Anrufinformationen – lesen Sie den Telefonstatus und die Identität
  • Sonstiges – volle Lizenz für benutzerübergreifende Interaktion, Empfangen von Daten aus dem Internet, voller Netzwerkzugriff, Anzeigen von Netzwerkverbindungen, Koppeln mit Bluetooth-Geräten, Zugriff auf Bluetooth-Einstellungen, Verhindern des Ruhezustands des Geräts, Verwenden von Konten auf dem Gerät.

Church and Dwight führt auch eine Datenschutzrichtlinie für die App auf, in der es ausdrücklich und fettgedruckt heißt: „Wenn Sie zustimmen, können wir Ihre persönlichen Daten für Marketingzwecke an Dritte weitergeben.“ Die App kann nicht nur die Kontakte von Nutzern ohne deren Erlaubnis anrufen, ihr Gerät nach Social-Media-Konten durchsuchen und E-Mails an Gäste von Kalenderveranstaltungen ohne deren Erlaubnis senden, sondern sie kann all diese Daten auch verwenden, um maßgeschneiderte Werbung zu erstellen.

First Response

Es ist naiv zu glauben, dass ein Unternehmen dies im Jahr 2016 nicht tun würde, und vielleicht wissen einige Frauen es zu schätzen. Wenn man ein Kind bekommt, hilft es, Gutscheine für Windeln und Babynahrung zu erhalten. Dennoch ist eine Schwangerschaft eine sehr intime Angelegenheit, wie First Response auf seiner Website anmerkt. Die Weitergabe persönlicher Daten an eine Marke, insbesondere an eine, die diese Daten zu Werbezwecken an Drittanbieter verkauft, wirft eine Fülle von Fragen auf. Die wichtigste davon ist: Nur weil man etwas mit dem Internet verbinden kann, sollte man es auch tun? Und dann: Brauchen wir wirklich einen Bluetooth-Schwangerschaftstest? First Response sagte in einem gemailten Kommentar an The Verge: „Church & Dwight Co., Inc. stellt die Privatsphäre der Nutzer an erste Stelle und arbeitet daran, sicherzustellen, dass das Vertrauen, das die Nutzer in unsere Produkte setzen, anerkannt und mit äußerster Diskretion respektiert wird.“

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