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Spontan auftretende ErkrankungAusgedehnte Fettsubstitution der Bauchspeicheldrüse (Pankreas-Lipomatose) bei einem Hund

Eine 12-jährige kastrierte Mischlingshündin wurde wegen gelegentlichen Erbrechens überwiesen, das in den letzten 3 Monaten immer häufiger aufgetreten war. Die Palpation des Abdomens ergab eine feste Masse unbekannter Ätiologie, die sich im kranialen bis mittleren Abdomen befand, während die abdominale chirurgische Exploration eine gut definierte abdominale Masse pankreatischen Ursprungs ergab. Die Bauchspeicheldrüsenmasse verursachte eine seitliche Verschiebung des Zwölffingerdarms sowie eine mediale Verschiebung des Pylorus, was zu einer Beeinträchtigung des Pylorusabflusses führte. Die weitere Untersuchung ergab eine feste, schlecht vaskularisierte und grob lobulierte Struktur. Die histopathologischen Befunde wiesen auf eine schwere Pankreaslipomatose und -atrophie hin. Immunhistochemisch waren die verbliebenen Pankreaszellen positiv für die Zytokeratine AE1/AE3 und Glucagon, aber negativ für Insulin. Bei der routinemäßigen Nachuntersuchung durch den überweisenden Tierarzt ergaben sich keine Anzeichen für postoperative Komplikationen, doch der Zustand des Hundes verschlechterte sich weiter und er starb trotz medizinischer Behandlung. Die Pankreaslipomatose ist in der Kleintierpraxis eine seltene Erkrankung. Die Ätiologie oder prädisponierende Faktoren sind bei Tieren nicht bekannt.

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